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"Gedichte"

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Du bist bei mir

 

 

geschrieben von "Schnecke"

 

 

 

Ich sehe dich,
und verliere mich.
Ich hör dich sprechen
und will mein Schweigen brechen.
Ich bin bei dir,
du bist bei mir,
es kann gar nichts Schöneres geben,
ich will einfach nicht mehr ohne dich leben.

 

 

Ich hätt' dich am liebsten 24 Stunden am Tag um mich,
ich kann vergessen, alles nur nicht dich.
Dich bloß einen Tag nicht zu sehen,
lässt mich fast eingehen.
Die Minuten werden zu Stunden,
die Stunden werden zu Tagen,
am liebsten würd' ich dich immer bei mir tragen,
du würdest sofort alle schlechten Gedanken verjagen;

indem du einfach bei mir bist! 

 

 

 

 

 

 

 

Die Ernährung

 

 

 

 

Wenn man heute täglich hört,
was die Gesundheit schrecklich stört,
dürfte man, an dem gemessen,
nichts mehr trinken, nichts mehr essen.

 

 

 

 

Überall hat man was gefunden,
was mit Lebensgefahr ist verbunden,
dass einem dem Genuss vermiesen
wenn auch längst noch nichts bewiesen!

 

 

 

 

Das ist zu fett, das zu bleiverstaubt,
`s Hundertste ist nicht erlaubt.
Doch man soll nichts übertreiben,
und auch nicht all' zu ängstlich bleiben!

 

 

 

 

Lass Dir's schmecken, sei so schlau,
nimm's nicht kleinlich und genau,
denn der Mensch hält unerlaubt
viel mehr aus, als wie man glaubt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Änderungen

 

 

 

 

Wir ändern morgen, wir ändern heut'
wir ändern wütend und erfreut,
wir ändern ohne zu verzagen,
an allen sieben Wochentagen.

 

 

 

 

Wir ändern teils aus purer Lust
mit Vorsatz teils, teils unbewusst.
Wir ändern gut und auch bedingt,
weil ändern immer Arbeit bringt.

 

 

 

 

Wir ändern resigniert und still
wie Hinz und Kunz es haben will;
die Alten ändern und die Jungen,
wir ändern selbst die Änderungen.

 

 

 

 

Wir ändern, was man ändern kann
und stehen dabei unsern Mann.
Ist ein Plan auch gut gelungen,
bestimmt verträgt er Änderungen.

 

 

 

 

Wir ändern deshalb früh und spät
alles, was zu ändern geht.
Wir ändern heut und jeder Zeit,
zum Denken bleibt uns wenig Zeit.

 

 

 

 

Und wenn wir dann genug geändert,
dann haben wir uns auch verändert,
denn durch die ewige Änderei
geht unser Leben schnell vorbei.

 

 

 

 

Und steh'n wir dann am Himmelstor,
der alte Petrus steht davor;
dann ist's soweit, jetzt bleibt's dabei
vorbei ist's mit der Änderei.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dat Buffet

 

Eingereicht von Marianne Müller

 

Ne deftige Feier, watt Leckres zu essen,

da kannste doch alles and're vergessen.

Ich jedenfalls freu' mich immer total,

wenn ich eingeladen bin, wann, wo, warum - is' egal.

Mein Wahlspruch ist zu allen Zeiten:

Lieber feste feiern, als feste arbeiten.

 

 

Man lernt Leute kennen, trifft alte Bekannte, 

 

 

hört Neuigkeiten, mehr oder weniger interessante,

 

 

man sieht tolle, todschicke, modische Kleider;

und merkt manchmal, dat eigene is'n Oldie - leider.

 

 

Doch was soll's, man is schließlich nich auf ner Modenschau 

 

 

un wichtiger als die Verpackung - mein ich - is die Frau.

 

 

Man is auch nicht hier, um Eindruck zu machen,

sondern lecker zu essen, zu trinken zu lachen.

 

 

Am Anfang gibt's immer, da is nich dran zu rütteln, 

 

 

langes, freundliches Händeschütteln:

 

 

Wie isset, wie geht's, alles gesund?

"Watt, wieder zugenommen, sag bloß,  -  wie viel Pfund?"

Is doch heute nich wichtig, überhaupt kein Thema,

zu Hause abnehmen is doch viel bequemer.

Watte nicht essen willst, kaufste nich ein,

leer is der Kühlschrank,  -

watt sein muss, muss sein.

 

 

Doch biste eingeladen, kalt-warmes Buffet, 

 

 

un sollst dann verzichten, datt tut richtig weh!

 

 

Ich jedenfalls kann's immer kaum erwarten,

bis es heißt: "Zum Essen können wir starten."

Ich schieß inne Höhe, die anderen lachen,

watt soll's, einer muss doch'n Anfang machen!

Ich lauf ganz gemütlich, dann en bißken schneller,

hoffentlich gibt's nich so kleine Teller.

Entweder musste enorm viel draufpacken,

oder du läufst dir ab die Hacken.

 

 

Ich nähere mich dem Buffet, 

 

 

ich riech es, ich ahne  -

 

 

genau mein Geschmack - allererste Sahne!

Ganz vorn der Braten, dat fängt ja gut an,

ich schnapp Teller und Besteck

und dann nischt wie ran !

 

 

Vier Scheiben Spießbraten, 2 kleine, 2 große 

 

 

un for jedes 2 Löffelken von de Soße.

 

 

Mein Teller hat noch kleine freie Stellen,

genau dat richt'ge für'n paar Frikadellen.

Drei knusprige Röstis, dann drei, vier Kroketten,

wär schön, wenn se auch en paar Fritten hätten.

Hamse nich - aber da vorn, gleich bin ich dran,

Kartoffeln mit Zwiebeln, gebraten in de Pfann

un en gebratenes Beinchen von nem kleinen Hahn.

Jetzt nur noch Gemüse: Erbsen, Möhren, Spinat

und schnell im Vorbeigehn ein gemischter Salat.

 

 

Dann nix wie zum Platz, schön langsam, dann schneller, 

 

 

ich schätz, 50 Prozent überladen is mein Teller.

 

 

Nur ruhig Blut, nich wackeln, paß off, 

na, es hat gut gegangen, is alles noch droff.

Jetzt geht's zur Sache, jetzt kommt es drauf an,

ob man sich auf's Auge verlassen kann.

Doch alles schmeckt super, ich aß ohne Pause:

Das schmeckt ja viel besser als zu Hause.

Erst dacht ich, die Menge wirft mich von Hocker,

is nich so, ich schaff alles ganz locker.

Kein Völlegefühl, kein Drücken im Magen,

ich kann noch nen süßen Nachtisch vertragen.

 

 

Vanilleeis mit Sahne - das wäre doch schön 

 

 

un ne mittelgroße Portion Schokoladencreme.

 

 

Wenn ich das weg hab, bleibt mir noch zum Trost,

es gibt 8 Sorten Käse mit Brot oder Toast.

Und da hör ich auch schon meine Nachbarin sagen:

"Dat kannste noch packen - Käse schließt doch den Magen."

So hab ich es wirklich auch empfunden,

und es hielt tatsächlich an so ca. zwei Stunden.

 

 

Dann ging meine Magentür allerdings wieder auf 

 

 

un ich packte nochmal auf den Teller wat drauf.

 

 

Bisken mehr oder weniger - is ja egal,

ich nahm so ähnlich wie bei ersten Mal.

Nun erst mal gemütlich wieder hingesetzt,

doch merk ich schnell, ich hab mich verschätzt.

Mein Magen macht nicht mehr mit das Spiel,

is alles unheimlich lecker - doch zuviel ist zuviel.

 

 

"Wat nun? " frag ich mich, denn eins kann ich hassen, 

 

 

so gute Sachen verkommen zu lassen.

 

 

Drum hab ich immer, um das zu verhüten,

vorsichtshalber in de Tasche en paar Plastetüten.

De Hähnchenschenkel  -  die gucken so lecker,

verschwinden ganz schnell in en Beutel von Schlecker.

 

 

Die Kotelettknochen sind was für mein Hündchen Toby  

 

 

un kommen unauffällig in de Tüte von Obi.

 

 

Für'n Reissalat, verziert mit Ei,

hab ich immer ne Tupperdose dabei.

Für Kräuterbutter oder en bißken Soße,

reicht meine große Pillendose.

Brötchen sind morgen wie frisch gebacken,

wenn wir sie heute in Folie packen.

Als Verdauungsschnaps greif ich Underberg ohne Sorgen,

einen für hier nachm Essen und zweie für morgen.

 

 

Ich find' se herrlich, diese Art Feste, 

 

 

zufällig hab ich morgen selber Gäste.

 

 

Wenn Messer un Gabel aus Plastik sin,

sind se simsalabim in de Tasche drin.

De Pappteller, bedruckt mit Sternchen un Sonne,

muss man doch retten vor de grüne Tonne.

Ein Päckchen Servietten, natürlich Papier,

würde doch sicher vergammeln hier.

 

 

 

De Dekoration, de Rösken und Nelken,

 

 

täten sowieso über Nacht verwelken.

 

 

Doch nie hab ich sie eingesteckt mit Väschen -

 

 

wat sich gehört, dafür hab ich en Näschen.

 

 

 

 

Un wenn meine Gäste morgen dann gehen,

 

 

sag ich galant:

 

 

"Seht her auf den Tisch,

 

 

wollt ihr was mitnehmen,

 

es ist alles ganz frisch."

 

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